Latinus | Spiele im alten Rom

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Mein Matura Spezialgebiet über Gladiatoren

0 Übersicht und Einleitung

Die öffentlichen Spiele, die man dem römischen Volke bot, wurden allgemein mit ludi bezeichnet. Es gab grundsätzlich mehrere Arten von ludi: die Zirkusspiele (ludi circenses), zu denen man die vorwiegend im Circus Maximus abgehaltenen Wagenrennen zählte, die Gladiatorenkämpfe (ludi glatiatorii oder auch munera) sowie die Theatervorstellungen (ludi scaenici).
Das Abhalten der ludi gehörte zum römischen Kultus; es war eine sich jährlich wiederholende Feier des offiziellen Kalenders. Dies schloß nicht aus, daß auch außerordentliche öffentliche ludi eingeschoben werden konnten oder solche, die von Privatleuten gestiftet wurden; die bedeutendsten fanden aber alljährlich zu festgesetzten Daten statt (ludi stati). Mit Ausnahme der ludi Apollinares (6. bis 12. Juli. seit 212 v. Chr.), die vom Stadtpraetor geleitet wurden, lag die Organisation der Spiele in republikanischer Zeit bei den Aedilen. Die Volksaedilen sorgten für die ludi plebeii (4. bis 17. November, seit 220 v. Chr., im Circus Flaminius) und die Cerealia (12. bis 19. April, seit 202 v. Ch.); die curulischen Aedilen veranstalteten die ludi Romani, die Megalenses und die Floralia, die zu Ehren der capitolinischen Trias (Iupiter, Iuno und Minerva), der Dea Mater und der Dea Flora abgehalten wurden. Von ganz besonderer Bedeutung waren in Rom die ludi saeculares; hier feierte man das Ende eines ausklingenden und den Beginn des neuen Jahrhunderts. Demzufolge hätten die ludi saeculares alle hundert Jahre gefeiert werden sollen, wurden aber tatsächlich zu sehr unregelmäßigen Daten begangen. Daneben gab es noch zahlreiche unbedeutendere eintägige ludi. Sämtliche großen Feste waren zunächst nur Theatervorstellungen und Wagenrennen vorbehalten. Später wurden in deren Rahmen auch Gladiatorenspiele (Saturnalia) veranstaltet.  Als während der Kaiserzeit die Herrscher außerordentliche ludi ansetzten, wurden sogar eigene Beamte eingesetzt, die sogenannten curatores ludorum, die mit der Vorbereitung der Feste beauftragt wurden.
Die ludi circenses, zu denen man vorwiegend die überaus beliebten Wagenrennen und die unterschiedlichsten Gladiatorenkämpfe zählte, fanden in Rom zumeist im Circus Maximus oder im Circus Flaminius statt; später auch im Amphitheater der Flavier (Kolosseum). Seit der Errichtung des Kolosseums begann man in Rom allerdings eine Trennung der ludi circenses. Von nun an wurden die Gladiatorenkämpfe, die munera, vorwiegend in den eigens für sie gebauten Amphitheatern veranstaltet. Die Wagenrennen blieben im ursprünglichen Circus.


1 Gladiatorenkämpfe   2 Wagenrennen   3 Theaterspiele  

Inhaltsverzeichnis:


1 Die Gladiatorenkämpfe oder munera

1.1 Wie entstanden die Gladiatorenkämpfe
Die Gladiatorenspiele gehen auf Bräuche aus Europas Urzeit zurück. Aus den indogermanischen Kulturkreisen wird von Menschenopfern berichtet, um die Götter gnädig zu stimmen. Die Indogermanen, die seit 3000 v. Chr. in mehreren Wellen aus Nordwesteuropa nach Süden und Osten wanderten, pflegten während den Bestattungen ihrer gefallenen Krieger, Kriegsgefangene umzubringen - die Geopferten sollten den Gefallenen in der Unterwelt als Sklaven dienen.
Neben der rituellen Tötung wehrloser Gefangener entwickelte sich später auch eine verfeinerte Form des Menschenopfers: zwei ebenbürtig bewaffnete Männer sollten durch ihren Kampf gegeneinander auf Leben und Tod das Andenken des Hingeschiedenen ehren und die Totengötter mit dem dabei vergossenen Blut versöhnen.
Beim Volk der Etrusker, das vom 9. bis 3. Jahrhundert v. Chr. Gebiete Nord- und Mittelitaliens innehatte, war diese Art der Totenverehrung fester Bestandteil ihres religiösen Kultes. Noch heute zeugen zahlreiche Grabmalereien in fast jeder Nekropole (etrusk. Grabstätte) von den abgehaltenen Leichenspielen. Dabei ließen die Etrusker vor dem aufgebahrten Leichnam meist kriegsgefangene Angehörige keltischer Völker fechten, die damals als nördliche Nachbarn Etruriens in der Poebene siedelten.
Man schätzt die ersten Kontakte von römischen Bürgern mit dem etruskischen Totenkult auf das 6. Jahrhundert v. Chr. Seit dieser Zeit nahmen die Römer den Brauch der Leichenspiele allmählich auch in ihr Brauchtum auf.

1.2 Weitere Entwicklung der munera
Gladiatorenkämpfe hatten in der römischen Republikszeit, wie bei den Etruskern vorwiegend religiösen Status.  Ähnlich wie die Etrusker wollten auch die Römer mit dem Blut der gegeneinander ankämpfenden Gladiatoren (gladius = Schwert) für ein Wohlergehen des Verstorbenen sorgen und ihm ein Andenken unter den Lebenden geben. Finanziert wurden die Kämpfe von den Hinterbliebenen - also aus privaten Quellen. Das erste sicher bezeugte Gladiatorenspiel veranstalteten die Brüder Marcus und Decimus Pera im Jahre 264 v. Chr. bei der Bestattung ihres Vaters, des Senators Junius Brutus Pera. Die Söhne ließen auf dem röm. Ochsenmarkt sechs Gladiatoren einzeln gegeneinander antreten. Viele reiche Privatpersonen, die es sich leisten konnten, folgten bald diesem Beispiel und ließen ihrerseits zu Ehren  verstorbener Verwandter Gladiatorenspiele durchführen. Im Laufe der Zeit steigerten sich die Ausmaße solcher Gladiatorenspiele und somit die Zahl der aufgebotenen Kämpfer. Mit dem Anwachsen des Umfanges wuchs auch das Interesse des Volkes und immer mehr Schaulustige wohnten den Spielen bei - oft nur um die Gladiatoren kämpfen zu sehen. Die Masse der Zuschauer bewirkte schließlich, daß sich die Spiele allmählich zum Volksfest entwickelten. Die Politiker hatten die weltliche Bedeutung der Gladiatorenspiele bereits erkannt: Im Jahre 105 v. Chr., als die Bedrohung durch die Kimbern und Teutonen zunehmend größer wurde, veranstalteten die Konsuln  Publius Rufus und Gaius Manlius erstmals nicht aus privaten Geldern sondern von Amts wegen - also mittels Staatsgelder - Gladiatorenkämpfe, um den militärischen Geist des Volkes zu stärken. Spätestens seit diesem Zeitpunkt hatten die Gladiatorenkämpfe, die von nun an munera (Sg.: munus) genannt wurden ihren sakralen Charakter verloren. Bald sahen viele Beamte ihre Chance, sich durch Veranstalten von munera mit eigenen Geldmittel beim Volk beliebt zu machen und ihren politischen Aufstieg somit zu erleichtern. Im Jahre 63 v. Chr. erließ jedoch Cicero ein Gesetz gegen Amtserschleichung, das den Beamten vor ihrer Bewerbung zwei Jahre lang verbot, munera zu veranstalten. (Julius Caesar jedoch umging dieses Gesetz geschickt, indem er als Ädil dem Volk riesige naumachiae und munera bot, und dadurch ungeheure Popularität erlangte)
42 v. Chr. unternahm der Senat einen ersten Schritt zur Verstaatlichung der Gladiatorenspiele, indem er einen festen Tag im Jahr für munera zu Ehren des toten Caesar bestimmte. In der Kaiserzeit wurden alle Gladiatorenspiele weitgehend verstaatlicht und private Fechterveranstaltungen durften nur mehr mit Zustimmung des Kaisers oder des Senats stattfinden. Die Verstaatlichung hatte den Zweck, daß es nun den Kaisern alleine gebot, willkürlich Spiele zu veranstalten aus welchem Grund auch immer ( Fertigstellung von Gebäuden, Einweihung von Tempeln, siegreiche Schlachten,...), um sich beim Volk noch populärer und göttlicher zu machen, als sie es ohnehin schon waren. Außerdem führte man das Interesse des Volkes weg von politischen Dingen hin zu den Zirkusspielen; die innere Ruhe im Volk war gewährleistet, wenn man ihm nur ausreichend Getreideschenkungen und Spiele gab (panem et circenses). Durch die Verstaatlichung erhielten die Aedilen für die öffentlichen Feste nun Zuschüsse vom Staat, die aber selten ausreichten, um dem Volk  angemessene Spektakel zu bieten - oft mußten die Aedilen in die eigene Tasche greifen. Unter den Kaisern erlebte Rom die größten und prunkvollsten Zirkusspiele.

1.3 Die Gladiatoren
Die Gladiatoren rekrutierten sich aus..
  • ..Sklaven,
  • ..Kriegsgefangenen,
  • ..Verbrechern und
  • ..Freiwilligen (auctorati).
In der Frühzeit des römischen Gladiatorenwesens waren die meisten Gladiatoren Sklaven. Unter den Sklaven befanden sich weiters zahlreiche Kriegsgefangene. Sie waren bei den Einkäufen der Gladiatorenschulen beliebter als herkömmliche Sklaven, weil sie als ehemalige Soldaten im Gebrauch der Waffen besser beschlagen waren und sich deren Ausbildung deshalb als weniger aufwendig erwies. Die Verbrecher wurden vom röm. Strafvollzug entweder zur Gladiatorenschule (ad ludum), das ihnen die Chance des Kampfes einräumte oder zur Arena (ad bestias, ad gladium) verurteilt, was einer verschärften Todesstrafe gleichkam. Auctorati waren jene Staatsbürger, die sich - sei es aus Geldnot oder des Ruhmes wegen - zum Gladiatorenberuf verpflichteten. Dabei mußten sie einen Vertrag unterzeichnen, der von einem anwesenden Volkstribun beglaubigt werden mußte. Der neue Gladiator verlor all seine Bürgerrechte und hatte dem Gladiatorenkäufer (lanista) als dessen Eigentum in die Gladiatorenschule zu folgen.

Gladiatoren gehörten zu den sogenannten inhonesti, den Ehrlosen, und als solche zum Bodensatz der röm. Klassengesellschaft. Vor dem Gesetz waren sie Menschen zweiter Klasse; sie durften weder ein öffentliches Amt bekleiden noch vor einem Strafgericht Anklage erheben. Gladiatoren, die gefallen oder an einer Krankheit gestorben waren, wurden ohne Umstände in einem Massengrab beigesetzt. Trotzdem war ihnen die Bewunderung vieler Menschen gewiß und die Feststellung, jemand sei "ut gladiator" gestorben, bedeutete bei den Römern höchstes Lob und uneingeschränkte Anerkennung.

Es gab zahlreiche unterschiedliche Gladiatorentypen. Die ersten wurden nach unterworfenen Völkern benannt:
Samnit: Er war der ursprünglichste Gladiatorentyp. Seine Rüstung bestand aus einem Helm mit Wangenklappen und einem prächtigen Federbusch, einem großen, ovalen oder rechteckigen Schild und einer oder zwei Beinschienen; Seine Angriffswaffe bestand aus einem kurzen, geraden Schwert. Unter Kaiser Caligula wurde ein Samnit, der gegen einen Thraker kämpfte, fortan auch als Hoplomachus, wenn er gegen einen Retarier antrat Secutor genannt.
Thraker: Der Thraker besaß lediglich einen kleinen, runden Schild, durfte aber Lederbandagen am Ober- und Unterschenkel tragen, weiters zwei Beinschienen aus Leder oder Metall, einen Helm mit Visier  und einen Panzerärmel für den Schwertarm. Seine Waffe war ein kurzer, sichelförmig gebogener Säbel.
Gallier: Der Gallier trug einen Helm mit Wangenschutz, schützte sich mit einem länglichen vier- oder sechseckigen Schild und führte ein langes Schwert mit gerader Klinge. Für ihn prägte man später in der Kaiserzeit den Namen Murmillio - nach einem Fisch im Mittelmeer. Dementsprechend trug der Murmillio eine Nachbildung dieses Fisches auf seinem Helm.

Neben diesen frühen Formen entwickelte sich noch eine Vielzahl von weiteren Gladiatorentypen:
Retarier: Er war der Athlet unter den Gladiatoren. Der Retarier schützte seinen Körper nur durch einen Armpanzer und einen festen Schulterschild (galerus), hinter dem er notfalls den Kopf verbergen konnte. Seine Angriffswaffen waren das Wurfnetz, der Dreizack und ein langer Dolch, mit dem er dem Unterlegenen die Kehle durchschnitt.
Andabates: Gladiator, der in geschlossenem Helm ohne Augenlöcher, also blind, gegen einen anderen Andabates antrat.
Eques: Berittener Gladiator. Auf dem Pferd kämpfte er mit der Lanze; am Boden mit dem Schwert.
Essedarius: Dieser Gladiator kämpfte von einem Streitwagen aus. Er jagte seine Gegner mit Bogen und Speer. Im Nahkampf benutzte er das Schwert.
Laquearius: Gladiator, der dem Retarier ähnelte, den Gegner aber nicht mit dem Wurfnetz, sondern mit dem Lasso zu Fall brachte. Seine Angriffswaffe war vermutlich eine kurze Lanze.
Sagittarius: Gladiator, der aus der Entfernung mit dem Bogen kämpfte. Sonst ist über ihn nichts bekannt.

1.4 Gladiatorenschulen (Tagesablauf, Lebensbedingungen, Standorte,...)
Alle Gladiatoren wurden zur Ausbildung des Gladiatorenkampfes in eigens dafür errichtete Gladiatorenschulen zusammengezogen. Eine solche Schule wurde in der Republikszeit vom lanista betrieben, der als Art Sklavenhändler immer neue Männer im Kriegsgebiet oder auf dem Sklavenmarkt einkaufte; später unter den Kaisern wurden die lanistae durch kaiserliche Beamte (curatores) ersetzt.
In einer Gladiatorenschule waren zahlreiche Menschen angestellt: Fechtlehrer, Köche, Masseure, Ärzte, Waffenschmiede und Leichenbestatter.
Die Lebensbedingungen der Gladiatoren waren denkbar schlecht. Zwar hatten sie stets genug zu essen, waren aber tagsüber den harten Strapazen des Trainings und der Willkür ihrer Ausbilder ausgesetzt. Fehler bei den Fechtübungen oder Verstöße gegen die Disziplin wurden hart bestraft - meist mit Stockhieben  oder Auspeitschung. Des Nachts wurden die Gladiatoren in kleine Gefängnisräume zusammengepfercht und mußten zumeist aneinander angekettet die Nacht verbringen. Viele Gefangene hielten diese Bedingungen nicht aus und begingen Selbstmord.
Die meisten Gladiatorenschulen lagen außerhalb Roms, denn man war darauf bedacht, den Gladiatoren das bestmögliche Klima zu gewährleisten. So errichtete man Gladiatorenschulen möglichst in Gegenden, wo die Luft frisch und kühl war, z. B. in Meeresnähe oder im Gebirge.
Das Zentrum des röm. Gladiatorenwesens lag in Capua; weitere Schulen entstanden in Pompeji, Praeneste und andernorts. In der Kaiserzeit entstanden auch in Rom drei kaiserliche Gladiatorenschulen und eine Schule für die Venatoren („ludus matutinus"). Die größte steht in der Nähe des Kolosseums und heißt „ludus magnus".

1.5 Tierhetzen (venationes)
Seit dem 2. Jahrhundert v. Chr. wurden auch Tierhetzen veranstaltet - zuerst ausschließlich im Circus Maximus, später vorwiegend in den Amphitheatern. Sie boten den Zuschauern Abwechslung von den eigentlichen Gladiatorenspielen und etablierten sich bald als fester Programmteil eines jeden Kampfprogramms. Um den immensen Bedarf an Tieren zu decken, jagte man in den heimischen Wäldern, in Kleinasien, Afghanistan und weiten Gebieten Afrikas nach Löwen, Leoparden, Bären, Rehen, Hirschen, Straussen,..
Es gab verschiedene Arten von Tierkämpfen:
- Hinrichtungen von „ad bestias" Verurteilten durch Löwen, Leoparden, Bären,.. Die Opfer wurden zu diesem Zweck oft an Pfähle gebunden oder mit Peitschen den Tieren entgegengeprügelt. Manchmal warf man die Verurteilten in Käfige oder band sie z. B. auf den Rücken eines Stieres fest.
- Der Kampf Tier gegen Tier. Die Veranstalter ließen dabei die Tiere gegeneinander kämpfen, die nach damaliger Meinung natürliche Feinde waren: Elefant - Nashorn, Stier - Bär, Löwe - Leopard,.. wobei die Tiere gewöhnlich aneinander angekettet wurden, um den Kampf spannender zu gestalten und sie an der Flucht zu hindern.
- Der Kampf Tier gegen Venator. Hier variierte das Angebot stark von riesigen Hetzjagden auf Rehe, Hirsche und anderem Wild mit Pfeilen und Speeren bis hin zu Einzelkämpfen zwischen Raubtier und bewaffnetem Venator.

1.6 Naumachien
Die Naumachie oder 'naumachia' war die ausgefallenste und kostenspieligste Form des Gladiatorenkampfes. Als Naumachien bezeichnete man die wirklichkeitsgetreuen Nachstellungen von großen Seeschlachten. Zu diesem Zweck wurden eigens ein künstlicher See ausgehoben, tausende Gladiatoren angeheuert und eine Unmenge von Schiffen herbeigebracht.
Erfinder der großen Naumachie war Julius Caesar; er ließ 46 v. Chr. auf dem Marsfeld einen riesigen See ausheben und stellte eine Seeschlacht zwischen den Phöniziern und Ägyptern nach.
Nach Caesars Tod versumpfte der See. Augustus ließ 2 v. Chr. erneut einen Teich in den Ausmaßen von etwa 560m x 540m auf dem Marsfeld ausheben und über 6000 Gladiatoren gegeneinander kämpfen. Anlaß war hier die Einweihung des zu Ehren Caesars errichteten Marstempels. Weitere große Naumachien fanden unter Claudius und Trajan statt.

1.7 Vorfeld und Ablauf einer Gladiatorenveranstaltung
1.7.1 Werbung
Die Werbung für Gladiatorenspiele setzte oft schon viele Tage vor dem Ereignis ein und war sehr  intensiv. Die Ankündigung von Gladiatorenkämpfen wurde meist mit roter Farbe auf Hauswände  gemalt; ein Reklamespruch konnte wie folgt aussehen:
„Dreißig Gladiatorenpaare des Quinquennals Gnäus Nigidus Majus werden in Pompeji vom 24. bis  zum 26. November kämpfen. Es wird auch eine Tierhetze geben. Hoch Majus, der Quinquennal!"
Unter den mehr oder weniger reißerisch formulierten Reklamesprüchen standen die Namen der  gegeneinander antretenden Kämpferpaare, daneben seine Art der Bewaffnung, die Zahl seiner Gefechte  und Siege. Oft wurden diese Anzeigen noch durch kurzfristige Programmerweiterungen vervollständigt: z. B. durch Ankündigung neuer Kämpfer, Lotterieveranstaltungen oder kostenlose Verteilung von  Lebensmittel. Weiters wurden die Namen der Gladiatoren auf Tontafeln und Papyruslisten geschrieben  und unter dasVolk verteilt oder Veranstalter ließen Transparente mit den wichtigsten Gladiatorennamen  durch die Stadt tragen. Für alle die, die nicht lesen konnten, wurden Marktschreier eingesetzt, die die  bevorstehenden Spiele ausriefen.
1.7.2 Der Vortag
Am Vortag der Gladiatorenspiele gab es für die Kämpfer ein üppiges Festessen (cena libera). Das Volk  durfte dieser cena beiwohnen und hatte so Gelegenheit, die Gladiatoren aus der Nähe zu betrachten  und sich mit ihnen zu unterhalten.
1.7.3 Die pompa
Am Tag der Spiele trugen die römischen Gladiatoren für den festlichen Einzug in die Arena über ihren  Rüstungen purpurfarbene, goldbestickte Umhänge. Von ihrer Gladiatorenschule bis zum Amphitheater  fuhren die Kämpfer auf festlich geschmückten Wagen durch ein Spalier von Schaulustigen. Am Eingang  stiegen sie ab und formierten sich. Anschließend marschierten sie in Doppel- oder Dreierreihen durch  das Portal der Arena, wo sie vom begeisterten Publikum empfingen wurden. Das Amphitheater war an  solchen Festtagen mit Kränzen aus Lorbeer- und Palmenzweigen geschmückt. Die Gladiatoren drehten,  gefolgt von ihren Wächtern, Masseuren und Ärzten eine Runde durch die Arena, um den Zuschauern  die Gelegenheit zu bieten, sie aus der Nähe zu betrachten.
1.7.4 Begrüßung
Nach dem Rundgang nahmen sie in Reih und Glied vor der Loge, in der der Veranstalter Platz fand, Stellung. Der Veranstalter galt für die Dauer seines Gladiatorenspiels als Beamter und Vertreter der  höchsten Staatsmacht - er besaß daher das Recht, in seiner Loge die Purpurtoga zu tragen, die sonst  allein dem Kaiser vorbehalten war. Pflicht eines jeden Gladiators war es den Kaiser zu begrüßen indem  sie die rechte Hand empor streckten und die Worte riefen: "Ave Imperatore, morituri te salutant!".
Wenn der Beifall der Zuschauer nach dem Gruß verebbte, rief der Veranstalter den Kämpfern einige  Begrüßungsworte zu - meistens forderte er sie zu besonderer Anstrengung auf und versprach für den  Sieg besonders wertvolle Geschenke. Dann stieg der Veranstalter - manchmal auch einer seiner Beauftragten - in die Arena hinab und nahm dort die zeremonielle Prüfung der Waffen (probatio armorum) vor.
1.7.5 Vormittagsprogramm
Die Vorstellung konnte nun mit dem Vormittagsprogramm beginnen, das für gewöhnlich aus Tierhetzen bestand. Zu Beginn machten Venatoren (Tierkämpfer) Jagd auf heimische Huftiere wie Rehe  und Hirsche. Danach traten einzelne Venatoren gegen wehrhafteres Wild (Bären, Luchse, Wildschweine, etc..) an. Zum Höhepunkt und Abschluß diese Programmteils kämpften Gladiatoren gegen Raubtiere  (Löwen, Leoparden,...) und wilde Hunde, die durch Aushungerung und Peitschenschläge zur Raserei  gebracht und auf die Tierkämpfer gehetzt wurden.
1.7.6 Mittagsprogramm
Erst in der Mittagszeit wurden verurteilte Verbrecher den wilden Tieren („ad bestias") vorgeworfen oder bewaffneten Verurteilten („ad gladium") gegenübergestellt, gegen die sie keine Überlebenschance  hatten.
Der Sieger eines solchen Duells gab das Schwert an den nächsten Verurteilten (tertiarius, supposititius) weiter, solange bis niemand mehr am Leben war. Diese Form des Kampfes wurde „munus  sine missione" genannt.
1.7.7 Nachmittagsprogramm
Am frühen Nachmittag begann dann das Hauptprogramm der Fechterspiele. Eingeleitet wurde dieses  programm Programm vom sogenannten Spießrutenlauf. Dabei stellten sich ältere, erfahrenere Gladiatoren mit  Knüppeln, Geißeln und Peitschen bewaffnet in Doppelreihen auf. Die Anfänger unter den Gladiatoren mußten nun durch dieses Spalier durchlaufen, wobei sie ständig harten Schlägen ausgesetzt waren.
1.7.7.1 Vorspiele
Nach dem Spießrutenlauf gab es einen Scheinkampf mit stumpfen Waffen, der von der Musik einer  kleinen Kapelle begleitet wurde. Die Musiker spielten dabei auf Trompeten, Hörnern, Flöten, Pfeifen,  Trommeln und einer Wasserorgel. Die Kämpfer versuchten dabei im Takt zu kämpfen, während das  Publikum im Rhythmus mit den Füßen stampfte.
Dem Scheinkampf mit stumpfen Waffen folgte ein  weiteres Vorspiel (prolusio), bei dem Gladiatoren mit langen Peitschen aufeinander einschlugen. Erst  nach etwa einer halben Stunde wurde das prolusio unterbrochen und das Ertönen der großen römischen  Posaune gab das Signal zum echten Kampf mit den scharfen Waffen.
Kampfpaarungen, die noch nicht feststanden, wurden jetzt durch das Los zusammengestellt. Die Namen  der Gladiatoren schrieb man auf Zettel, warf sie in einen Helm und ließ sie vom Veranstalter nacheinander ziehen. Nach dieser letzten Formalität wurden die Gladiatoren von ihrem jeweiligen Gladiatorenmeister und dem Schiedsrichter in weißer Toga in die Mitte der Arena begleitet, wo man sie  dem Publikum ein letztes Mal vorstellte.
1.7.7.2 Hoplomachia
Daraufhin folgte der Zweikampf (Hoplomachia). Dieser ging im allgemeinen so lange, bis einer der beiden Gladiatoren wehrlos am Boden lag und das Zeichen zur Aufgabe andeutete: dabei hob der Besiegte den linken Arm und bat mit ausgestrecktem Daumen um Begnadigung; oder er kreuzte seine  Arme auf dem Rücken oder Bauch.
Das Recht, einem besiegten Gladiator das Leben zu schenken, oblag anfangs nur dem Veranstalter. Später wurde es vorallem im Kolosseum Brauch, daß die Zuschauer mitentscheiden durften, indem sie die Hände ausstreckten und den Daumen entweder nach oben oder nach unten zeigten. Nach oben bedeutete Begnadigung, nach unten den Todesstoß durch den  Sieger. Das sensationsgierende Publikum, das sich zum größten Teil aus unteren sozialen Schichten  zusammensetzte, entschied sich jedoch meistens für den „nach unten gedrehten Daumen" (pollice verso).
Die endgültige Entscheidung lag beim Veranstalter, der sich aber meistens dem Wunsch des Volkes anschloß. Grundsätzlich aber galt es als ehrenhaft, einem besonders geschickt oder tapfer kämpfenden Unterlegenen das Leben zu schenken.
1.7.7.2.1 Begnadigung
Wenn ein Gladiator begnadigt wurde, brachten ihn Sklaven auf einer Tragbahre in ein Krankenzimmer außerhalb der Arena, wo die Ärzte sofort seine Wunden versorgten.
1.7.7.2.2 Unentschieden
Wenn bei einem Zweikampf beide Gegner so schwer verwundet waren, daß keiner von ihnen weiterkämpfen konnte, so wurden meist beide begnadigt (stans missus).
Wenn ein Gladiator nicht mehr weiterkämpfen konnte, weil er sich ohne Feindeinwirkung verletzt hatte, durfte er die Arena verlassen; für ihn mußte ein Ersatzmann weiterfechten.
1.7.7.2.3 Todesfall
Wenn ein Gladiator getötet wurde, betrat ein Arenadiener in der Verkleidung des Merkurs den  Kampfplatz. Der Diener stellte mit einem glühenden Brandeisen fest, ob der Gefallene tatsächlich tot sei. Falls er bei Berührung noch zuckte, schlugen ihm andere Diener, in der Gestalt des etrusk. Totengottes Charun, mit Eisenhämmern den Schädel ein. Danach stachen sie eiserne Haken in den toten Körper  und schleppten ihn durch die Pforte mit dem Namen porta Libitinensis (Tor der Totengöttin) aus der  Arena - im Gegensatz zum anderen Tor, der porta sanavivaria (Ausgang der Überlebenden), durch das  die glücklichen Gladiatoren die Arena verließen.
Die toten Gladiatoren wurden anschließend in einer Leichenkammer unter der Arena aufgebahrt.
1.7.8 Preisverteilung
Die siegreichen Gladiatoren hingegen traten nach dem Gefecht unter die Ehrenloge, wo sie für den Sieg neben einem gewissen Geldbetrag, den der Veranstalter stiftete, den üblichen Preis - einen Palmzweig oder einen Lorbeerkranz - erhielten.

1.8 Die Amphitheater
Amphitheater (griech. amphi = "ringsum") sind dachlose Bauwerke von elliptischem Grundriß. Herzstück der Amphitheater ist die Arena, deren weitläufiger Sandboden von ringum ansteigenden Sitzreihen umgeben wird.
Der Gebäudetyp des Amphitheaters wurde in der Provinz (Kampanien) entwickelt, wo im 1. Jahrhundert v. Chr. die ersten entstanden. Das älteste Amphitheater aus Stein ist das von Pompeji aus dem Jahre 80 v. Chr.
In Rom wandte man die Architektur der Amphitheater zunächst nur auf provisorische Holzbauten an. Die bis dahin stattfindenden Gladiatorenkämpfe wurden auf dem Forum oder auf Marktplätzen abgehalten. Die Holzbauten erwiesen sich aber als zu unsicher und schließlich wurde im Anschluß des Baus einiger kleinerer Amphitheater aus Stein das Kolosseum gebaut, das als Vorbild für künftige Amphitheater diente.
Noch heute finden wir zahlreiche Ruinen von Amphitheatern in Arles, Nimes (Frankreich), Trier (Deutschland), Verona und Pompeji.

1.8.1 Das Kolosseum
Der Bau des Kolosseums wurde im Jahre 70 n. Chr. unter Vespasian begonnen. Seine Söhne Titus und Domitian vollendeten den gewaltigen Bau 80 n. Chr. und nannten ihn "Amphitheatrum Flavium" - nach ihrem Familiennamen Flavius. Den heutigen Name 'Kolosseum' verdankt das Amphitheater einer mehr als fünf Meter hohen Statue Neros, die in der Nähe stand und im Volksmund 'Koloss' genannt wurde.
Insgesamt ragte das Kolosseum fast 50 Meter hoch empor und sein elliptischer Grundriß hatte eine Länge von 187m und eine Breite von 155m; der Bau hatte außerdem ein Fassungsvermögen von rd. 50.000 Menschen.

Die Zuschauer, die zu den Gladiatorenspielen ins Flavische Amphitheater strömten, konnten das Bauwerk durch insgesamt achtzig ebenerdige Arkadenbögen betreten. Jeder Eingang war über sieben Meter hoch und mehr als vier Meter breit. Die Tore waren numeriert, damit die Besucher den kürzesten Weg zu ihren Sitzplätzen fanden.
Zwischen den Torbögen des Kolosseums standen zehn Meter hohe Säulen im dorischen Stil, die aber nur zur Verzierung dienten - das Gewicht des Kolosseums, das auf etwa 250.000 Tonnen geschätzt wird, wurde von riesigen Pfeilern aus Travertingestein hinter den Säulen getragen. Die Gesteinsblöcke hatte man dabei aus den Steinbrüchen von Albula bei Tibur über die sechs Meter breite, eigens zu diesem Zweck angelegte Via Tiburtina herbeischaffen lassen.
Die vier Haupteingänge an Längs- und Querachse des Bauwerks waren für das gewöhnliche Publikum gesperrt. Zwei von ihnen dienten als Zugang zur Arena, die anderen beiden waren Mitgliedern der kaiserlichen Familie vorbehalten.
Auf dem Untergeschoß erhob sich ein fast zwölf Meter hohes mittleres Stockwerk mit ebenfalls achtzig Bögen, zwischen denen Säulen im ionischen Stil standen.
Auch das dritte Stockerk war von achtzig Säulen durchbrochen, aber mit noch eleganteren korinthischen Säulen verziert. Die Außenwand des vierten Stockwerkes enthielt keine Bögen mehr, sondern viereckige Fenster.
Wenn die Zuschauer durch die 76 Eingänge ins Innere gelangt waren, erreichten sie ihre Sitzplätze über einen breiten, um das ganze Gebäude laufenden Gang, von dem aus Treppen zu den verschiedenen Rängen führten. Die Art des Sitzplatzes hing von der sozialen Stellung des jeweiligen ab: grundsätzlich galt, je niedriger jemand gestellt war, desto weiter entfernt saß er von der Arena.
Arena nannte man den mit Holzbrettern ausgelegten und mit Sand belegten Kampfplatz, der im Kolosseum 86m lang und 54m breit war. Dreieinhalb Meter über der Arena befanden sich die ersten Zuschauerreihen, vor denen sich eine ein Meter hohe Brüstung emporhob. Direkt an dieser Brüstung begannen die beiden Ehrenlogen (Pulvinarien). Eine war für den Kaiser, seine Familie und seine Gäste bestimmt, die andere für die höchsten Würdenträger des Reichs (Konsuln, Praetoren,..).
Zwischen den Ehrenlogen, auf den ersten sieben aus steinernen Stufen gebildeten Rängen um die Arena, saßen die Senatoren und Ritter. Dahinter sammelte sich auf zwölf Reihen der übrige Adel. Ein dreieinhalb Meter breiter Korridor trennte diese Vornehmen vom bürgerlichen Mittelstand der Kaufleute und Handwerker, denen neunzehn Reihen zur Verfügung standen. Auf den sieben hölzernen Stufen im Obergeschoß fanden der Pöbel und die Frauen Platz.
Die Mauerkrone des Kolosseums überragten 240 hölzerne Masten, an denen ein riesiges Zeltdach (velarium) mit einer Fläche von 20.000qm aufgezogen werden konnte, um den Zuschauern Schatten vor der heißen Sonne zu bieten. Ein freibleibender Raum zwischen dem inneren Zeltrand sorgte dafür, daß ausschließlich die Arena vom Sonnenlicht bestrahlt wurde.
Unter der Arena folgten drei Korridore dem elliptischen Grundriß des Kampfplatzes. Diese Gänge, die konzentrisch parallel zueinander verliefen, wurden durch Mauern entlang der Längsachse in ein System unterirdischer Gänge und Räume gegliedert. Hier lagen Kleiderkammern und Geräteschuppen, Wachstuben und Lebensmittellager, Käfige der Tiere und die Zellen der zum Tode verurteilten Menschen.
Mittels mechanischer Aufzüge und schiefer Ebenen war es möglich, die Tiere auf die Höhe der Arena zu bringen. Mit Seilen öffnete man dann eine Schiebetür oder ein kleines Gitter und die Tiere konnten in die Arena. Ein vierter Korridor mündete unter der Kaiserloge in die Arena. Dieser unterirdische Gang führte zu der großen Gladiatorenschule auf dem nahegelegenen Hügel Esquilin.
Alle Gänge und Kammern unter der Arena waren mit Ziegeln ausgelegt. Diese unterirdischen Korridore dienten früher auch dazu, die ganze Arena augenblicklich unter Wasser zu setzen, was sich aber aufgrund der darin befindlichen Räumlichkeiten als recht schwierig und unpraktisch erwies. Erst später nach Errichtung der 'naumachia Vaticana' unter Trajan war eine Naumachie im Kolosseum nicht mehr von Nöten.

1.9 Ende der Gladiatorenspiele
Bis zu Beginn der Kaiserzeit hatten die Gladiatorenkämpfe bereits einen festen Platz im Alltag der Römer eingenommen und unter den Kaisern erlebten die blutigen Kampfspiele eine noch nie dagewesene Popularität. Trotzdem gab es unter den Großen des Volkes immer wieder Gegner von Gladiatorenspielen, die versuchten die tödlich verlaufenden Fechterduelle in ihrer Zahl einzuschränken und dem Volk stattdessen humanere Alternativen zu bieten.
So versuchte Augustus, wie schon vor ihm Sulla, Pompeius und Caesar, die griechischen Spiele in Rom einzuführen, in denen nicht das Töten, sondern allein die Kräftigung des Körpers im Vordergrund stand. Augustus gründete im Jahre 28 v. Chr. die Atiaca, die alle vier Jahre in Rom und in Actium gefeiert werden sollten. Aber schon 16 n. Chr. sind für Rom keine Atiaca mehr bezeugt.
Nero führte unter seiner Herrschaft den Gedanken Augustus weiter und veranstaltete seinerseits die Neroniana - ebenfalls ein periodisches Fest - die sowohl sportliche Konkurrenzen als auch musische Wettkämpfe umfaßten. Die Neroniana dienten aber wohl weniger dazu das Volk von den Gladiatorenspielen wegzuführen als vielmehr der Verherrlichung seiner, wie Nero es nannte, künstlerischen Genialität, denn bei den Veranstaltungen der Neroniana wagte niemand den Zorn des Kaisers heraufzubeschwören und man hielt es für klüger, Nero den Sieg  zu überlassen. Aber auch die Neroniana hielten sich nicht lange.
Nur Domitian hatte Erfolg mit seinen zyklischen Spiele nach griechischem Muster. Im Jahre 86 n. Chr. stiftete er den Agon Capitolinus. Dabei ließ er für die sportliche Konkurrenz ein eigenes Stadion (Circus agonalis) auf der heutigen Piazza Navona, für die musischen Wettkämpfe das Odeum auf dem jetzigen Palazzo Taverna errichten.
Unter Domitians Regierung erlebten die griechischen Spiele eine kurze Blütezeit. Doch für die munera waren auch sie keine ernsthafte Konkurrenz, da erstens der Agon Capitolinus nur alle vier Jahre abgehalten wurde und zweitens die beiden speziell für diese Spiele errichteten Bauwerke nicht annähernd das Fassungsvermögen eines Amphitheaters hatten.
Gute Herrscher versuchten später die Grausamkeit der scheinbar unausrottbaren munera zu mildern. Während Hadrian verbot, einen Sklaven ohne seine Zustimmung in eine Gladiatorentruppe einzureihen, waren Titus, Trajan und Marc Aurel bestrebt, die lusio (Scheinkämpfe) im Programm ihrer Feste auf Kosten des eigentlichen munus auszudehnen.
Marc Aurel ließ die Zahl der außerhalb Roms vorgeschriebenen munera herabsetzen und so oft er munera zu veranstalten hatte, ersetzte er sie durch lusiones. Nach Marc Aurel gerieten auch die lusiones in Vergessenheit und es wurden zahlreiche Theater eigens zum Zweck von Tierhetzen und Naumachien umgebaut; die Dramen, in denen Helden verletzt oder getötet wurden, veranstaltete man von nun an im Kolosseum - mit echten Menschenopfern. Die übrigen kleinen Theaterbühnen verloren ihre Bedeutung und verfielen.
Die Menschenschlächtereien in der Arena hörten erst auf Befehl der zum Christentum bekehrten Kaiser auf. Constantin befahl 326, die Verurteilungen ad bestias in Zwangsarbeit in den Bergwerken zu verwandeln (ad metalla). Zu Ende des vierten Jahrhunderts unter Kaiser Honorius gab es im Westen des römischen Reichs keine Gladiatorenkämpfe mehr. Im Jahre 404 wurden die durch ein Edikt des Honorius auch im Orient verboten.
 
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