Meine Wettkämpfe | Halbmarathon (Wels)

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Von 0 auf 21.1km in 1:34:19h

Am 28. März 2004 fand - wie jedes Jahr - der Intersport Eybl Halbmarathon in Wels statt. Fast 900 begeisterte Läufer aller Altersgruppen nahmen an diesem Laufereignis teil und quälten sich über die 21.097m lange Strecke. Für mich (siehe Bild: der Läufer mit der Nr. 975) war es der erste Volkslauf überhaupt und aufgrund meiner mangelnden Erfahrung, weil gar keine Erfahrung, bzgl. Halbmarathon war ich vor dem Startschuss auch etwas nervös. Aber mit der Karotte der "Eh-nur-noch-ein-Kilometer-zu-laufen"-Mentalität vor Augen spulte ich die Strecke in - für meine Verhältnisse - souveräner Manier herunter :-). Die Strecke wurde in drei Runden gelaufen, die ich in relativ gleichmäßigem Tempo zurücklegen konnte (1. Runde 31:58min, 2. Runde 31:25min, 3. Runde 30:55min) - insgesamt benötigte ich für die gesamte Laufdistanz eine Zeit von 1:34:19h. 

Die Strecke vollzog sich in einem 7km-Rundkurs, der drei Mal zu bewältigen war; dabei wurde jeder einzelne absolvierte Kilometer (KM) durch weiße Ständertafeln angezeigt, die am Wegrand gut sichtbar postiert waren. Ein sehr sinnvolles Service des Veranstalters, da man dadurch ständige Kontrolle über das aktuelle, persönliche Lauftempo hatte. 

KM01 bis KM14 (die ersten beiden Runden)
Die erste Runde rannte ich sehr locker, aber zügig, wobei ich immer darauf achtete, dass mein Puls (ich hatte Pulsuhr und Herzfrequenz-Messgürtel mit dabei) nie deutlich über 160 Schläge/Minute hinausging. Nach Absolvierung der ersten Runde erkannte ich einen meiner zahlreichen Vorgesetzten (Anm. ich arbeite derzeit als Zivildiener bei der Welser Polizei) im Startbereich: Gruppeninspektor M., der damit beschäftigt war, den speziell für die Laufveranstaltung umgeleiteten Verkehr im Auge zu behalten. Wenige hundert Meter weiter dann ein zweites bekanntes Gesicht: Verkehrsinspektor O. (den hatte ich allerdings schon in der ersten Runde bemerken dürfen, als er sich in gepflegter Konversation mit einer Passantin übte). "Immer wieder erbaulich", dachte ich so bei mir, "wenn man sonntags in seiner Freizeit bei Puls 170 und 1-2 Liter ausgeschwitzter Flüssigkeit, immer noch in irgendeiner Weise mit seiner Arbeit konfrontiert wird" ;-). Alles nur Scherz! :-) Wenigstens 2 Leute, die ich bei diesem Event als Bekannte identifizierte und die ausnahmsweise mal für MICH arbeiteten ;-); meinen Vorgesetzten im Strafamt, Herrn Amtsrat Mandi P., der ebenfalls mitlief, konnte ich leider nirgends erspähen. 

Zurück zum Lauf: bei KM10 zeigte die Stoppuhr eine Laufzeit von etwa 45:30min an. Nach KM12 dann eine schwierige Phase für mich: bei einigen Laufschritten spürte ich einen sehr unangenehmen stechenden Schmerz in meiner rechten Achillessehne, was es mir für Sekunden beinahe unmöglich machte, ordentlich weiterzulaufen - dieser Schmerz kam die darauffolgenden zwei Kilometer regelmäßig wieder. Eine psychologisch sehr schwierige Situation für mich, denn hätte sich dies weiter so fortgesetzt, bzw. wäre der Schmerz noch heftiger geworden, hätte ich den Halbmarathon abbrechen müssen, was sehr bitter und überaus enttäuschend für mich gewesen wäre. Diese Schmerzen deuteten sich bisweilen schon beim Training an, verschwanden allerdings nach kurzer Zeit wieder. So war es dann Gott sei Dank auch bei diesem Lauf - auf den letzten 7km spürte ich nur mehr sporadisch ein (wesentlich milderes) Stechen, was mich dann nicht mehr weiter behinderte. 

KM14 bis KM21.1 (die Schlussrunde + Zieleinlauf)
Die letzten 7km waren gekennzeichnet durch einen etwas schnelleren Atemrhythmus meinerseits. In den beiden Runden zuvor versuchte ich, den Dreier-Rhythmus (drei Schritte ein, drei Schritte aus) konsequent durchzuhalten, was mir auch beinhahe gelang. Erst ab etwa KM12 stellte ich auf den 2er-Rhythmus um, was eine natürliche Zunahme der Herzfrequenz mit sich brachte. Diese lag mittlerweile jenseits der 170er-Grenze - ein Indiz dafür, dass mein Körper von nun an eine kontinuierliche, wenn auch leichte, Sauerstoffschuld einging; d.h. meine Muskeln begannen zu übersäuern. Zudem überkam mich ein schlechtes Gewissen bzgl. des gefürchteten "Hungerasts", vor dem bei längeren Distanzstrecken häufig gewarnt wird. Daher war es wichtig, jetzt an den regelmäßig neben der Strecke situierten Verpflegestationen nicht mehr scheuklappenmäßíg vorbeizulaufen, sondern diese aktiv zu nutzen. Isotonische Getränke sollten mir helfen, die letzte Runde ohne Leistungseinbruch zu überstehen. Selten blöd allerdings die Art und Weise, wie diese Getränke verabreicht wurden: in offenen Plastikbechern, die man im Wettkampftempo kaum vernünftig austrinken konnte. Deshalb musste ich jeweils für kurze Zeit meine Geschwindigkeit deutlich drosseln und einmal sogar kurz stehenbleiben um eine vernünftige Menge des  kohlenhydratspendenden Gesöffs zu mir zu nehmen. Das hat mir garantiert eine halbe Minute gekostet... sehr ärgerlich; Plastikflaschen mit Trinkverschluss wären sehr viel praktischer gewesen; aber das wusste ich vorher nicht, sonst hätte ich mir selbst eine Notflasche mit auf die Reise genommen - als HM-Neuling muss man wohl immer irgendwo in den sauren Apfel beißen ;-). Wie dem auch sei, ich konnte mein Lauftempo ab etwa KM16/KM17 noch mal etwas steigern und lief den letzten KM in geschätzten knapp vier Minuten. Flankiert von begeisterten Zusehern, die im Spalier des etwa 80m langen Zieleinlaufes ordentlich Radau machten (zumindest bildete ich mir in meinem körperlichen Zustand ein, sie würden tatsächlich begeistert sein, Radau machten sie auf jeden Fall ;-)), forcierte ich noch einmal mein Tempo zu einem zügigen "Sprint" und klatschte bei der Endzeit von 1:34:19h ab. 


Zieleinlauf (zum Vergrößern anklicken)

Fazit
1:34:19h - eine Zeit, mit der ich recht zufrieden bin. Zum einen, weil ich - wie bereits oben erwähnt - etwa 30 Sekunden durch die nicht optimale Flüssigkeitsversorgung/-aufnahme verloren hatte und zum anderen, weil dies mein erster Halbmarathon überhaupt war. Mit einem Kilometerschnitt von 4:28min konnte ich mich in der vorderen Hälfte der gut besetzten Teilnehmerschaft platzieren (Platz 376 von 896 Startern) - in meiner Klasse M-20 belegte ich unter 81 Startern Rang 40, in der Wels-Wertung aller Männer Rang 28/100.

 
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